Spiele in sozialen Netzwerken boomen

by Hans Kainz on 17. August 2009

zynga-social-games Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von Markus Steinberg.

Die Kombination von sozialen Netzwerken und Spielen, auch Social Gaming genannt, bringt Online-Spieler mit Usern zusammen, die sich dafür nie interessiert oder früher schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht haben. Außerdem eröffnet sie neue Spielmöglichkeiten, indem sie das gesellschaftliche und verbindende Wesen sozialer Netzwerke wie Facebook und MySpace ausnutzt.

Auf der ganzen Welt nutzen Aktivisten soziale Netzwerke, um beispielsweise Proteste zu organisieren. Andere haben mit ihrer Hilfe alte Freunde oder Klassenkameraden wiedergefunden. Lauter Belege für die Effizienz der Netzwerke.

Gleichermaßen scheinen Spiele – vor allem Spiele, die für soziale Netzwerke angelegt oder in diesen spielbar sind – geradezu dafür bestimmt, die Spieleindustrie zu revolutionieren, so wie es einst die ersten Freizeitspiele taten, die aus dem Netz geladen werden konnten. Inzwischen verbreiten sich solche Spiele wie Lauffeuer auf den sozialen Plattformen.

Spieleentwicklern und Unternehmern bieten sich hier ganz neue Perspektiven, und es werden schon horrende Summen investiert, Tendenz steigend. Kein Wunder, dass Entwickler von Spielen für das Handy oder Freizeitspielen sowie Webprogrammierer sich zunehmend auf „Social Games“ konzentrieren. Sogar EA hat schon ein Spiel auf Facebook.

Mithilfe der Nutzerdaten, die Facebook oder eine ähnliche Plattform zur Verfügung stellt, kann auf die Bedürfnisse der User besser eingegangen werden, was diese natürlich wiederum an die Anbieter bindet. Social Gaming hat sich dies noch nicht in größerem Umfang zunutze gemacht, aber das Potenzial ist offensichtlich sehr groß, wie Onlinespiele-News berichtet.

Social Gaming

Was genau bedeutet Social Gaming? Mit dem Begriff wird ein ganz bestimmtes Marktsegment beschrieben. Die meisten Spiele sind ja von Natur aus Gesellschaftsspiele, denn wie spielen sie gemeinsam mit anderen oder in den Communities, die sich um sie herum gebildet haben. Worin besteht der Unterschied zum Social Gaming?

Im Gegensatz zu traditionellen Freizeitspielen, spielen die User innerhalb eines sozialen Netzwerks nicht gegen ihnen fremde Gegner, die zufällig zur gleichen Zeit online sind, sondern gegen ihre Freunde. Das ist ein bedeutender Unterschied.

Ein gutes Beispiel hierfür ist Zynga Texas Hold’em Poker. Es steht in mehreren Netzwerken wie Facebook und iPhone zur Verfügung. Zwar ist Poker an und für sich schon ein Gesellschaftsspiel, aber Texas Hold’em Poker bietet einige zusätzliche, für Social Gaming typische Eigenschaften. Tritt man gegen Freunde und Bekannte an, hat man im Vorfeld bereits viele Informationen, z. B. deren Aggressivitätspotenzial, Fähigkeiten zu Bluffen und Risikofreudigkeit. Außerdem ist das Spiel so angelegt, dass man ständig präsent sein muss. Das fördert das Wir-Gefühl. Gutes Gameplay verbindet sich hier mit Spaß und realistischen Features wie einer Bar, und so entsteht eine Spielerfahrung, die Live-Poker in Las Vegas kaum nachsteht. Mit diesen Eigenschaften ist Texas Hold’em Poker für soziale Netzwerker natürlich höchst attraktiv.

Die Zukunft des Social Gaming

Schwer zu sagen. Möglichkeit und Unwägbarkeit sind die beiden Seiten dieser Medaille. Manche Spiele werden bereits von Millionen Usern genutzt, aber selbst sie repräsentieren nur einen Bruchteil der potenziellen Spielerbasis. Die größte Herausforderung wird für Social Gaming im kommenden Jahr sein, auch Nichtspieler anzusprechen und die Massen anzuziehen, die bisher nicht im Netz spielen. Es wird interessant, die Entwicklung zu beobachten.

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1 Martin 28. September 2009 um 20:21

Dass hier gerade ein Bild von Farmville ist, ist wirklich angebracht – über 50 Millionen Menschen spielen das auf Facebook, ist schon krass.

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